Werner-Heisenberg-Gymnasium Garching

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Flexibilisierung

Flexibilisierung in der Mittelstufe am WHG

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Wahrnehmung eines Flexibilisierungsjahrs

Mit dem Flexibilisierungsjahr kann ein Schüler in den achtjährigen gymnasialen Bildungsgang ein zusätzliches neuntes Lernjahr einschieben. Die Wahrnehmung des Flexibilisierungsjahrs gilt nicht als Wiederholen der Jahrgangsstufe.

Es gibt zwei Varianten des Flexibilisierungsjahrs:

  • Variante 1 – GSO § 36 (3) – nach Bestehen der Jahrgangsstufe 8, 9 oder 10 freiwilliges Wiederholen der Jahrgangsstufe.

  • Variante 2 – GSO § 36 (2) – nach Bestehen der Jahrgangsstufe 7 oder 8 Festlegung zum Durchlaufen der nächstfolgenden Jahrgangsstufe , also 8 oder 9, innerhalb von zwei Schuljahren.

Ein Flexibilisierungsjahr kann immer nur nach Beratung durch die Schule und auf Antrag der Erziehungsberechtigten wahrgenommen werden.

In beiden Fällen kann der Schüler vom Besuch von bis zu 6 Wochenstunden in Nichtkernfächern befreit werden. In Klasse 8 ist auch die Befreiung vom Besuch von neu aufgenommenen Kernfächern möglich (z.B. zweite Fremdsprache, Chemie, Physik). In Klasse 10 gilt eine Befreiung vom Besuch von maximal 8 Wochenstunden. Diese ist auch bei Kernfächern möglich, wenn diese in der Qualifikationsphase nicht fortgeführt werden.

Das Flexibilisierungsjahr wird nicht auf die schulische Höchstausbildungsdauer am Gymnasium (zehn Jahre) angerechnet. Ein Flexibilisierungsjahr in Jahrgangsstufe 10, welche gleichermaßen Abschluss der Mittelstufe und Einführungsphase einer insgesamt dreijährigen Oberstufe (10. Klasse + zweijährige Qualifikationsphase) ist, ist aber auf die Höchstausbildungsdauer in der Oberstufe (vier Jahre) anzurechnen.

Nur Schüler, die die vorangegangene Jahrgangsstufe erfolgreich abgeschlossen haben, können das Flexibilisierungsjahr nutzen. Das Flexibilisierungsjahr kann nicht mit einem Vorrücken auf Probe verbunden sein.

Die Entscheidung zur Nutzung eines Flexibilisierungsjahrs dürfte zumeist am Ende eines Schuljahres für das dann kommende Schuljahr fallen.

Beispielsweise entscheidet sich ein Schüler, der die 7. Klasse abgeschlossen hat, bis zum 4.8.2017 für die Variante 2 und legt fest, dass er die 8. Klasse in den Schuljahren 2017/18 und 2018/19 durchlaufen wird und dabei 2017/18 die Fächer Chemie (3 WS) und Geschichte (2 WS) noch nicht belegt. Zum Schuljahr 2018/19 wiederholt er die Jahrgangsstufe 8 in einem anderen Klassenverband, muss nun auf jeden Fall Chemie und Geschichte belegen, kann dafür aber auf zwei oder drei andere Nebenfächer verzichten.

Die am Vormittag gewonnene Zeit nutzt er für eigenständiges Lernen und Hausaufgaben in der Bibliothek. Er wird dabei lediglich beaufsichtigt, nicht aber beim Lernen angeleitet. Zusätzlich nimmt er 2017/18 am Nachmittag an einem Crash-Kurs Mathematik im ersten Halbjahr und das gesamte Schuljahr an einem zweiwöchig stattfindenden Begleit-Kurs Englisch teil und meldet sich dazu ebenfalls bis zum 4.8.2017 an. Für 2018/19 plant er die Teilnahme am nachmittäglichen Begleit-Kurs Mathematik.

Am Ende Schuljahres 2018/19 bekommt der Schüler ein Jahreszeugnis und damit die Vorrückungserlaubnis für Klasse 9. Die Noten werden auf Basis aller Leistungen innerhalb der zwei Jahre gebildet, d.h. in den durchgängig belegten (Kern)fächern zählen anstatt beispielsweise der üblichen vier alle acht geschriebenen Schulaufgaben usw.. In den nur in einer Teiljahrgangsstufe besuchten Fächern wird die vorrückungsrelevante Note aufgrund der in dem einen Schuljahr erbrachten Leistungen gebildet. Zum Ende des Schuljahres 2017/18 bekommt der Schüler ein drittes Zwischenzeugnis.

Ein anderer Schüler, der beispielsweise die Klasse 8 (oder 9) in diesem Schuljahr erfolgreich abgeschlossen hat, aber noch Nachholbedarf in bestimmten Fächern sieht, entschiedet sich zur Variante 1 – d.h. er wiederholt 2017/18 die Klasse 8 (oder 9), lässt sich aber von einigen Nebenfächern (z.B. Religion, Biologie, Geschichte) befreien und nutzt die zusätzliche Zeit am Vormittag für eigenständiges Lernen und Hausaufgaben in der Bibliothek. Zusätzlich belegt er am Nachmittag entsprechende Kurse für die Fächer, wo Nachholbedarf besteht.

Die bereits mit Jahreszeugnis aus dem Schuljahr 2016/17 erworbene Vorrückungserlaubnis bleibt bestehen. Er erhält am Ende des Schuljahres 2017/18 kein Jahreszeugnis, sondern lediglich eine schriftliche Information über das Notenbild.

Die Entscheidung zur Nutzung des Flexibilisierungsjahrs muss aber nicht unbedingt am Ende des Schuljahres getroffen werden, sondern kann auch noch später – nämlich bis zu zwei Wochen nach dem Ende des Halbjahres fallen. Die Entscheidung kann also auf Basis der Zwischenzeugnisnoten getroffen werden.

D.h. aus Klasse 9, 10 oder 11 ist bei einer Entscheidung für Variante 1 ein freiwilliger Rücktritt nach 8, 9 oder 10 nicht wie bisher bis Weihnachten, sondern nun bis kurz nach dem Zwischenzeugnis und mit der Option der Befreiung von einigen Nichtkernfächern für den Rest des Jahres möglich.

Ferner kann bei Nutzung der Variante 2 in den Jahrgangsstufen 8 oder 9 erst kurz nach dem Halbjahr – ebenfalls auf Basis der Zwischenzeugnisnoten festgelegt werden, dass die Jahrgangsstufe in zwei Schuljahren durchlaufen werden soll. Eine Befreiung von Nichtkernfächern zur Entlastung im restlichen Schuljahr sowie von anderen Nichtkernfächern im Folgeschuljahr ist möglich.

Das Flexibilisierungsjahr kann pro Schüler nur einmal wahrgenommen werden. Die Regelungen zur verpflichtenden Wiederholung der Jahrgangsstufe bei nicht ausreichenden Leistungen – Sitzenbleiben – bleiben in vollen Umfang bestehen. Pflichtwiederholer können jederzeit alle im Rahmen der individuellen Lernzeit angebotenen Förderangebote in Anspruch nehmen, sie können aber – anders als Schüler, die sich für eine Flexibilisierungsjahr entscheiden – dies nicht mit der zeitweisen Befreiung von bestimmten Fächer zur Arbeitsentlastung verbinden, sondern müssen alle Fächer der Jahrgangsstufe belegen.

In Klasse 10 bietet die Variante 1 für Schüler, die die 10. Klassen bereits abgeschlossen haben, dann für z.B. sechs Monate zum Schulbesuch im Ausland beurlaubt sind und ca. im April zurückkehren, durch die Reduktion von Nichtkernfächern bzw. Kernfächern, die sie in Q11/12 nicht mehr belegen wollen, die Möglichkeit zur Entlastung um sich auf die Festigung der Grundlagen für die Qualifikationsphase in einigen Fächern zu konzentrieren oder aber außerschulischen Interessen nachzugehen. Die Nichtweiterbelegung von Fächern ist immer durch die Erziehungsberechtigten zu erklären und gilt als verbindlich.

Frühwarnsystem und Anmeldung

Die Initiative zur Wahrnehmung des Flexibilisierungsjahrs kann von den Eltern selbst, den Klassenkonferenzen am Ende des Schuljahres oder im Vorfeld über die Fachlehrer und Klassenleiter unter Hinzuziehen von Beratungslehrkraft, Stufenbetreuer und Schulpsychologin erfolgen. Die Anmeldung zu den Kursen der Förderangebote am Nachmittag erfolgt für alle Schüler am Ende des vorangehenden Schuljahres bzw. im Januar. Schüler, die sich nachträglich für die Wahrnehmung eines Flexibilisierungsjahrs entscheiden, können sich zu diesem Zeitpunkt in der Regel nachmelden.

Jeder Entscheidung muss immer die eingehende Beratung durch die Schule vorausgehen – Ansprechpartner: Beratungslehrer – Herr Wendrich; Schulpsychologin Frau Haberkorn; Flexibilisierungsjahr – Frau Pomsel.

Bei Interesse können Sie hier die Anmeldeformulare anwählen und herunterladen.